Wie die Romelikane kamen

Am 20. Juni, es war ein trüber, unfreundlicher und kalter Regentag unmittelbar bevor der Sommer beginnen sollte, wurde es Gewissheit: Romelikane sind in der Stadt.

 Immer wieder leuchteten die orangen Schnäbel durch die Blätter oder die weißen Haarbüschel blitzten irgendwo auf. Dann war alles ganz anderes!

Nicht im Garten, nicht zwischen den Bäumen sondern im Stiegenhaus saß sie, eine ganz echte Romelikan und sie fand es sehr lustig vom ersten Stock ins Zwischengeschoß zu rutschen.

Denn es war ein trüber, unfreundlicher und kalter Regentag. Warum also sollte eine vernunftbegabte Romelikan diesen Tag im Freien verbringen?

Euch, die ihr die Romelikane noch nicht so gut kennt, euch möchte ich ein Geheimnis verraten: Romelikane haben fünf Seelen. Ja, du hast richtig gelesen, liebe Leserin, lieber Leser: FÜNF Seelen.

Was war doch Goethes Heinrich für ein jämmerlicher Wicht, als er den armen Wagner am Ostermorgen mit seinen zwei Seelen gelangweilt hat. Romelikanseelen wohnen überall, nicht nur in der Brust. Die sind einmal im Hirn und einmal in der linken großen Zehe und manchmal macht sich eine so breit, dass sie die anderen vier verdrängt und manchmal wollen alle gleichzeitig recht haben. 

Da kann einem die Vernunft schon manchmal abhanden kommen.